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Papyrus

Papyrus, Ägypten
Bogengröße ca 64 x 94 cm

Papyrus wird aus den Stengeln der Papyrusstaude hergestellt, einem schilfartigen Sumpf-gewächs, das vorwiegend in Ägypten wächst, in Europa nur vereinzelt auf Sizilien. Das Stengelmark wird in dünne, 4 cm breite und 40-90 cm lange Streifen geschnitten, die parallel zueinander auf einer ebenen Unterlage ausgelegt werden. Darauf wird eine zweite Schicht quer zur ersten gelegt. Anschließendes Schlagen  mit einem Hammer verbindet die kreuzweise liegenden Streifen miteinander, der austretende Pflanzensaft bewirkt die Verklebung. Danach wird der Verband mit Muscheln oder Tierzähnen geglättet und an der Sonne getrocknet. Mehrere Blätter aneinander geklebt ergeben die bekannten Papyrusrollen, die bis zu 10 m lang werden können.

Papayrus, Ägypten

Papyrus weist eine hohe Festigkeit und Langlebigkeit auf. Im Altertum war es das wichtigste Beschreibmaterial, in Ägypten ist es seit dem 3. Jahrtausend v.Chr. bekannt. Über Griechenland fand es breite Verwendung im Römischen Reich, bis es später vom Pergament und vom Papier verdrängt wurde.

Unsere Papyri haben eine Bogengröße von ca 64 x 94 cm.

Papyrus-Malerei

 

Szene aus dem Ägyptischen Totenbuch

 

Ägypten, ca 1420 v.Chr.

 

 

Die Götter Anubis mit Schakalsgesicht, und Thot mit Ibiskopf leiten das Totengericht. Links der Verstorbene.

 

Anubis wiegt das Herz (für das Gewissen) des Verstorbenen gegen die Feder der Göttin Maat auf, welche für Wahrheit, Gerechtigkeit steht. Gott Thot der Schreiber fungiert als Protokollant. Ganz rechts lauert die krokodilähnliche Große Fresserin. Wiegt das Sündenregister des Verstorbenen zu stark, wird er dem Ungeheuer zum Fraß vorgeworfen und sein Leben damit endgültig beendet.

bemalter Papayrus, Ägypten, ca 1420 v.Chr.

Bildquelle: British Museum, London, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/wiki/File:BD_Weighing_of_the_Heart.jpg


 

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