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über Chiyogami

Chiyogami

 

 

 

Chiyogami heißt übersetzt "Papier der Tausend Generationen".

 

Die Ursprünge des Chiyogami reichen bis in die Zeit der japanischen Edo-Periode des 17. Jahrhunderts zurück (Edo ist das heutige Tokio), als Papiermacher aus dem ländlichen Raum anfingen, mit Holzstempeln Farbmuster auf Papier zu drucken, die sie bei den Kimonostoffen der wohlhabenden modisch gekleideten Damen der städtischen Oberschicht, insbesondere in Kyoto, abgeschaut haben. Sie verarbeiteten diese Pracht-papiere zu Papierpuppen, Schachteln oder Teedosen.

 

Gedruckt wird auf Kozopapier, das aus der Rinde des Maulbeerbaumes hergestellt wird, früher im Schöpfsieb, heutzutage vorwiegend maschinell. Kozo besitzt lange, starke und elastische Fasern, die sich weder ausdehnen noch zusammenziehen. Es weist daher eine außerordentliche Stabilität auf, die es auch beim Falten (-> Origami) oder beim Zerknüllen beibehält.

 

Der leuchtende Farbauftrag entsteht heute per Hand in einem aufwändigen Siebdruckverfahren, wobei der typische weiße Rand freibleibt. Für jede der bis zu fünf, manchmal auch neun Farben eines Musters wird eine eigene Siebdruckform verwendet. Nachdem die Farbmasse durch das erste Sieb durchgestrichen wurde, wird der Bogen getrocknet, anschließend muss die nächste Schablone akribisch genau angepasst werden, damit die Farben dem Muster entsprechend genau plaziert sind.

 

Die heutigen Hand-Siebdruckereien sind auch heute oft noch kleine Familienunternehmen, meist im Raum Kyoto.

 

Yuzen

Häufig wird für Chiyogami auch der Ausdruck Yuzen Papier verwendet. Yuzen meint ursprünglich die sehr aufwändig und kunstvoll entwickelten Stoffdesigns in der Textilindustrie in Kyoto, die auch immer auffällig viel Gold enthielten.

 

Als in der Edo-Periode (Edo ist das heutige Tokio) nach 1600 die Kimonoproduktion in Kyoto ihren Höhepunkt erreichte und immer öfter deren Muster auch auf Maulbeerbaumpapier übertragen wurde, entwickelte sich für diese Papiere der eigenständige Ausdruck Chiyo-gami, gami für Papier.

 

Washi - Japanpapier

Washi bezeichnet die traditionellen Japanpapiere, wa steht für Altes Japan, shi für Papier. Im engeren Sinne bedeutet Washi oder Tesuki Washi handgeschöpftes Japanpapier. Die Kunst des Papierschöpfens gelangte im 7. Jahrhundert von Korea nach Japan. Seine hohe Qualität verdankt das traditionell hergestellte Japanpapier seinen besonders starken elastischen Fasern, die zu den widerstands-fähigsten Papierfasern überhaupt gehören. Die wichtigsten heißen Kozu (Maulbeerbaum), Gampi und Mitsumata, beides Seidelbast-gewächse (Daphne). Die Faserqualität hängt sehr stark von Klima und Wachstumsbedingungen ab, die im Fall von Japan als sehr gut gelten, aber auch mit hohen Kosten verbunden sind. In immer größerem Umfang wird daher für die japanische Papierproduktion Fasermaterial einfacherer Qualität importiert, vor allem Kozu aus Thailand und Gampi von den Philippinen.